In jedem Projekt kommt irgendwann die Frage auf: Wer wird sich eigentlich um das Intranet kümmern, wenn es erst einmal live ist? Wer wäre dafür passend? Oder sollen wir jemanden extra dafür einstellen? Aber was für ein Profil sollte diese Person haben?

Die Digitale Revolution

Richard David Precht hat meiner Meinung nach eine sehr pragmatische und zukunftsweisende Sicht auf die Arbeitswelt – und macht in diesem Rahmen (und in seinem neuesten Werk „Jäger, Sammler, Kritiker: Eine Utopie für die digitale Gesellschaft“) deutlich, welche Jobs aufgrund automatisierter und algorithmisierter Systeme und Maschinen wegfallen werden, welche bleiben beziehungsweise dazukommen.

Ein Job für die Zukunft

In diesem Sinne zählt wohl auch der Job eines Intranetmanagers zu den Profilen, die eher an Bedeutung zunehmen werden – wenn die Menschen verstehen, worauf es wirklich ankommt. Aufgrund dessen, dass in Zukunft viele Aufgaben von Maschinen übernommen werden, müssen die Menschen ihre Stärken gegenüber Maschinen herausfinden und diese in ihrem Arbeitsalltag ausspielen. Dazu gehören auf jeden Fall die beiden Stichworte Empathie und Ganzheitlichkeit. Und genau damit beschäftigt sich der Intranetmanager gut und gerne den ganzen Tag.

Interdisziplinär, offen und empathisch

Die Zeiten sind hoffentlich bald vorbei, in denen das Intranetmanagement von einer festen Abteilung (in den meisten Fällen der Unternehmenskommunikation) aus gesteuert wird. Aus organisatorischer Perspektive lässt es sich oft nicht vermeiden, diese Position in der Kommunikation, IT oder HR anzusiedeln. Aber nur eine Person mit nur einer Perspektive auf das Thema anzusetzen, ist aus meiner Sicht nicht mehr sinnvoll. Es geht nicht nur um die passende Kommunikationsbegleitung (Unternehmenskommunikation), die technische Weiterentwicklung allgemein oder die Integration von Workflows (IT), die kulturelle oder organisatorische Integration (z. B. HR) … Es geht um eine ganzheitliche Perspektive auf ein komplexes Thema, das das gesamte Unternehmen durchzieht.

Interdisziplinär

Natürlich sollten IntranetmanagerInnen in irgendeiner Weise schon einmal mit Intranets gearbeitet, sich mit dem Kontext Unternehmen und der technischen Basis auseinandergesetzt haben. Aber insbesondere sollte diese Person einen interdisziplinären Blick auf alle Aspekte eines internen digitalen Arbeitsplatzes haben. Um keinem Feld eine höhere Priorisierung als einem anderen einzuräumen, um alle Themen im Auge zu behalten und bei Bedarf auf die jeweiligen Fachabteilungen beziehungsweise Intranet-Ansprechpartner zuzugehen.

Offen

Die Systemlandschaft wird von Jahr zu Jahr vielfältiger und komplexer – auch wenn die Systeme teilweise immer einfacher werden. Dennoch kommen gefühlt wöchentlich neue Systemanbieter auf den Markt, bestehende Anbieter orientieren sich neu, entwickeln spannende Komponenten, integrieren andere Systeme in ihr eigenes oder schalten bestimmte Funktionen und Bereiche komplett ab.

Empathisch

Ein Intranet trifft alle Menschen in einem Unternehmen an ihren Arbeitswurzeln. Neue Fachkenntnisse müssen sich angeeignet werden, neue Arbeitsweisen in den Alltag integriert, neue Workflows etabliert werden. Dabei ist der Intranetmanager leider oftmals der Punching Ball für Unsicherheit, Frustration und Angst. Kontrollverlust und Unwissen lösen in vielen Mitarbeitern eine prinzipielle Anti-Haltung aus. Letztendlich sind IntranetmanagerInnen hier die Seelsorger des Unternehmens, um die Bedürfnisse einzufangen, möglichst präventiv zu behandeln, in alle Teilbereiche (Kommunikation, Technik, Organisation usw.) einfließen zu lassen und damit den digitalen Arbeitsplatz nachhaltig erfolgreich zu machen.

Fazit

Das Profil von IntranetmanagerInnen hat sich in den letzten Jahren hin zu einem interdisziplinären internen Berater und Produktmanager entwickelt. Sie stehen oft zwischen den beiden Stühlen, den Status Quo zu vermitteln und gleichzeitig die Weiterentwicklung konstant voranzutreiben. Ich persönlich versuche, mir einfach immer wieder klar zu machen, was uns von Maschinen unterscheidet. Und das sind unsere Emotionen, unsere Empathie – das sind die Stärken, die auf den Maschinen aufsetzen und das „Unpersönliche“ zu etwas Persönlichem machen.

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